Trip auf magischen Trüffeln

Anleitung für einen Aufenthalt in den Niederlanden

Schritte 4 und 7

Begleitung und schwierige Momente auf einem Trüffeltrip

Wo der Trip stattfindet, wer nüchtern dabeibleibt, was ihr absprecht, wie die Begleitung einen schwierigen Moment auffängt und wann sie 112 wählt.

Aktualisiert

Ein Trüffeltrip braucht zwei Dinge, bevor überhaupt jemand isst: einen Ort, den du in den nächsten sechs Stunden nicht verlassen musst, und einen Menschen, der nüchtern bleibt. Dieses Kapitel deckt Schritt 4 ab, die Vorbereitung von Ort und Begleitung, und Schritt 7, den Moment, in dem der Trip kippt.

Der Ort

Für Besucherinnen und Besucher ist der Ort fast immer die Unterkunft. Was sie können muss:

  • ein Zimmer, in dem man liegen kann und das kein Fremder betritt
  • eine Toilette in Reichweite
  • Licht, das sich dämpfen lässt, und ein zweiter Raum oder ein Balkon für einen Ortswechsel
  • keine Abreise, kein Check-out und kein Termin am selben Tag

Innenstadt, Kneipe und Party sind schlechte Orte, und in einer fremden Stadt kommt dazu, dass du dich nicht auskennst. Dazu kommen in vielen niederländischen Städten dichter Radverkehr, Straßenbahnen und Grachten ohne Geländer. Bleibt der Trip drinnen, fällt das alles weg. Ein Spaziergang in einem Park ist möglich, wenn die Begleitung mitgeht und den Rückweg kennt.

Wer begleitet

Eine Begleitung, oft Tripsitter genannt, ist nach der Definition von saferparty Zürich nüchtern, der Person vertraut und über Wirkung und Risiken informiert (saferparty). Nüchtern heißt: nichts genommen, auch keinen Alkohol und kein Cannabis, für die ganze Dauer.

Die niederländische Organisation Unity beschreibt einen Tripsitter als jemanden, der nüchtern ist, klar denken kann und dein Vertrauen hat (Unity). Zwei Menschen, die gleichzeitig Trüffel nehmen, ersetzen keine Begleitung.

Was ihr vorher absprecht

Am Vorabend, nicht während der Wirkung:

  1. Sorte, Menge und Uhrzeit der Einnahme. Die Begleitung schreibt sie auf.
  2. Die Regel, dass nicht nachgelegt wird, und dass die Begleitung daran erinnern darf.
  3. Wer den Raum wann verlassen darf, und dass niemand allein vor die Tür geht.
  4. Die Adresse der Unterkunft, auf einem Zettel und im Telefon, damit sie im Notfall nicht gesucht werden muss.
  5. Ein Wort oder Zeichen, mit dem du sagst, dass es dir zu viel wird.
  6. Ob es Medikamente gibt, von denen die Begleitung wissen sollte.

Was die Begleitung während des Trips tut

Meistens wenig. Sie ist da, hält Wasser und etwas zu essen bereit, wechselt die Musik, öffnet ein Fenster und achtet darauf, dass niemand ungeplant losgeht. saferparty zählt genau das zu ihren Aufgaben: die Umgebung anpassen, Getränke und Essen anbieten, beruhigend reden und bei einem Ortswechsel mitgehen (saferparty).

Sie fotografiert nicht, postet nichts und erzählt nichts weiter.

Wenn der Trip kippt

Ein schwieriger Moment kündigt sich oft an: Unruhe, das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, Angst, verrückt zu werden, oder der Drang, sofort wegzugehen. Er geht vorbei, wenn die Wirkung abklingt (Drugs & Uitgaan).

Die Suchthilfe Jellinek verweist für solche Momente auf ein Vorgehen, das in einer Klinik in San Francisco entwickelt wurde (Jellinek):

SchrittWas die Begleitung tut
Annehmennicht urteilen, nicht schimpfen, nicht diskutieren
Reize senkenin einen ruhigen Raum, kein grelles Licht, keine laute Musik
Beruhigensagen, dass der Ort sicher ist und vertraute Menschen da sind
Ruhe gebenhinsetzen oder hinlegen lassen, Decke, Wasser
Herunterredenruhig sprechen, keine hastigen Bewegungen, nie allein lassen

Dazu kommen Dinge, die die Person selbst tun kann: an etwas Angenehmes denken oder darüber reden, sich ablenken, etwas Süßes essen wie Obst, Bonbons oder ein Wassereis (Drugs & Uitgaan). Den Trip beendet das nicht, es macht die Minuten leichter.

Was es schlimmer macht: Menschenmengen, Diskussionen, Handys mit Nachrichten von außen, eine weitere Portion Trüffel, Alkohol, Cannabis und der Versuch, mitten im Trip zur Unterkunft zu fahren.

Wann die Begleitung 112 wählt

Notruf 112 in den Niederlanden. Sofort anrufen, wenn jemand bewusstlos ist, schlecht Luft bekommt, einen Krampfanfall hat, verletzt ist oder sich oder andere in Gefahr bringt. Jellinek rät, auch dann den Notruf zu wählen, wenn starke Unruhe anhält oder gefährliches Verhalten entsteht.

Sag am Telefon die Adresse, was genommen wurde, wie viel und wann. Deshalb steht beides auf dem Zettel.

Nach einem schwierigen Trip hilft oft Reden, am selben Abend oder am Tag danach. Wer Tage später noch Angst hat oder sich Sorgen um jemanden macht, kann sich an eine Beratungsstelle wenden; in den Niederlanden ist das die Drugs Infolijn des Trimbos-Instituts unter 0900 1995.

Nächster Schritt: Einnehmen und die Stunden des Trips.