Schritte 1 bis 8
Ein Trüffelwochenende in acht Schritten, ein zusammengesetzter Bericht
Ein zusammengesetzter Bericht über ein Trüffelwochenende in den Niederlanden, vom Shop bis zur Heimreise, aus Mustern veröffentlichter Berichte.
Dieser Bericht ist zusammengesetzt. Er folgt den acht Schritten dieser Anleitung und setzt sich aus Mustern zusammen, die in veröffentlichten Erfahrungsberichten und im Material niederländischer Präventionsstellen immer wieder vorkommen. Er beschreibt keinen einzelnen echten Menschen, und wir haben keine Namen, Altersangaben oder Wohnorte erfunden. Wo er auf eine Regel stößt, verweist er auf das Kapitel, in dem sie steht.
Freitag, Anreise
Drei Erwachsene fahren mit der Bahn in eine niederländische Stadt und beziehen ein Ferienapartment für zwei Nächte. Zwei wollen Trüffel nehmen, die dritte Person hat sich bereit erklärt, nüchtern zu bleiben. Vor der Buchung haben sie in der Hausordnung nachgesehen, und das Apartment hat einen Kühlschrank, ein Schlafzimmer zum Abdunkeln und einen kleinen Balkon.
Am Abend sprechen sie ab, was im Kapitel Begleitung steht: Sorte, Menge, Uhrzeit, keine zweite Portion, niemand geht allein vor die Tür. Die Adresse des Apartments steht auf einem Zettel am Kühlschrank.
Samstag, 10 Uhr: der Shop
Im Smartshop fragt die Verkäuferin nach dem Ausweis. Die beiden entscheiden sich für eine Packung Mexicana, 15 Gramm, die mildeste Sorte im Regal, statt für die stärkere Sorte, die ihnen zuerst ins Auge gefallen war. Die Packung ist vakuumverpackt und gekühlt, das Verfallsdatum liegt drei Wochen in der Zukunft. Eine Packung reicht für zwei: Jeder nimmt etwa die Hälfte, so wie es das Kapitel Sorte und Menge für ein erstes Mal vorsieht.
Zurück im Apartment liegt die Packung im Kühlschrank. Das Frühstück war leicht, danach gibt es nur noch Wasser und Tee.
13 Uhr: Abwiegen und Einnehmen
Auf der Küchenwaage werden zwei Portionen zu je 7,5 Gramm abgewogen. Die Begleitung schreibt die Uhrzeit auf: 13:05. Beide kauen ihre Portion gründlich, was eine Weile dauert, und trinken Wasser hinterher. Dann legen sie sich auf das Sofa unter eine Decke und lassen ein Album laufen, das sie beide kennen.
13:30 bis 14:00: Warten
Die erste halbe Stunde ist unspektakulär und etwas unangenehm: Frösteln, viel Gähnen, ein flaues Gefühl im Magen. Einer der beiden sagt um 13:40, dass er nichts merke, und fragt, ob man nicht noch etwas nehmen solle. Die Begleitung erinnert an die Absprache vom Vorabend. Zehn Minuten später wirkt das Muster des Teppichs, als ob es sich langsam bewegt.
14:00 bis 15:30: Der Höhepunkt
Die Farben im Zimmer werden satter, die Pflanze am Fenster scheint zu atmen, und die Musik klingt räumlicher als sonst. Mit geschlossenen Augen erscheinen farbige, sich wiederholende Muster. Die Zeit wird dehnbar: Ein Lied fühlt sich an wie eine halbe Stunde. Es wird viel gelacht, über Dinge, die hinterher niemand mehr erklären kann.
Gesprochen wird wenig. Die Begleitung sitzt am Tisch, liest, schenkt Wasser nach und schaut ab und zu herüber.
15:30: Ein schwieriger Moment
Gegen halb vier wird eine der beiden Personen still und dann unruhig. Das Zimmer fühlt sich plötzlich zu eng an, und sie will hinaus auf die Straße. Die Begleitung macht, was im Kapitel Begleitung beschrieben ist: Sie stellt die Musik leiser und öffnet die Balkontür. Draußen, in eine Decke gewickelt, mit einem Glas Saft und ein paar Trauben, sagt sie mehrmals ruhig, dass es die Trüffel sind und dass es vorbeigeht.
Nach etwa zwanzig Minuten lässt die Enge nach. Die Straße unten ist wieder nur eine Straße. Hinterher sagt die Person, dass der Balkon und der Satz "es geht vorbei" mehr geholfen hätten als jede Erklärung.
16:00 bis 19:00: Wellen und Abklingen
Die Wirkung kommt noch zweimal in schwächeren Wellen zurück und wird dann langsam leiser. Gegen halb sechs gehen alle drei zusammen eine Viertelstunde um den Block, nicht weiter. Um sieben haben beide großen Hunger. Es gibt Nudeln, die die Begleitung schon am Vormittag gekocht hatte. Keiner der drei trinkt Alkohol.
Am Abend sind beide müde, klar im Kopf, aber nicht nüchtern im Sinne des Straßenverkehrs. Sie bleiben im Apartment, reden lange und schreiben ein paar Sätze auf.
Sonntag: Heimreise
Ausschlafen, frühstücken, packen. Im Kühlschrank liegt nichts mehr, weil nur eine Packung gekauft wurde. Die Bahn fährt am späten Vormittag. Ob an der Grenze kontrolliert wird, weiß vorher niemand. Im Gepäck ist nichts, was ein Problem wäre, und das war von Anfang an der Plan, so wie im Kapitel Heimreise beschrieben.
Was der Bericht zeigt
- Die mildeste Sorte und eine halbe Packung waren für beide eine vollständige Erfahrung.
- Der Moment, in dem jemand nachlegen will, kommt, und er kommt früh. Eine Absprache vom Vorabend hält ihn auf.
- Den schwierigen Moment fingen ein Ortswechsel, frische Luft, etwas Süßes und ruhige Sätze auf. Diskutiert wurde nicht.
- Die Heimreise war unkompliziert, weil die Trüffel in den Niederlanden geblieben sind.